blick auf die medina von marrakesch und das atlasgebirge

Marrakesch – Eine Reise in eine Welt wie aus 1001 Nacht?

Marrakesch – Eine Welt wie aus 1001 Nacht?

Nach nur 4 Stunden Flugzeit in eine verzaubernde 1001-Nacht-Welt tauchen, das war meine Vorstellung von Marrakesch und vor allem von den Riads. Das sind die traditionellen marokkanischen Häuser mit begrüntem Innenhof, die in einer Mischung aus orientalischem Stil und modernen Elementen eingerichtet sind und meist nicht mehr als zehn Zimmer um diesen Hof haben.

weg zum riad esprit du maroc

Was ich nicht erwartet hatte, war ein Taxifahrer, der uns inmitten der Altstadt, der Medina, aus dem Taxi schmeißt, weil er mit dem Auto nicht weiter kommt und uns grob die Richtung unseres Riads weist.

Noch orientierungslos schnappten sich zwei Kids unsere Koffer, rasten durch enge, staubige Gassen und schrien „here, here, this way…“. In einer Mischung aus dem Kopfkino, wo wir wohl landen würden, und einem Lachanfall hatten wir ordentlich zu tun, den beiden hinterher zu kommen.

Die letzten 200 m führten sie uns durch schlecht beleuchtete, schmale, teils tiefgelegte Tunnel, in denen man sich bücken musste, tatsächlich zu unserem Riad.

Die Tür öffnete sich und da war sie… die 1001-Nacht-Welt aus Mosaiken, orientalischen Balkonen, Lampen und Brunnen.

Riad Esprit du Maroc

Das erste Riad, dass wir besuchten, war das „Esprit du Maroc“. Es besteht aus drei verbundenen Häusern und einer dementsprechend großen Terrasse. Die Häuser sind wunderschön restauriert und eingerichtet, aber der positive Esprit der Hausherren fehlt leider völlig. Besitzerin ist eine Französin, die sich bereits in der ersten Nacht so heftig und laut mit dem Personal stritt, dass Teller flogen und am nächsten Tag nur noch die Hälfte des Personals da war.

 

balkon vom riad esprit su maroc in marrakesch blick von oben auf einen pool reich verzierter brunnen in einem hotel in marrakeschkakteen auf einer terrasse in marrakeschterrasse in marrakesch mit blick uf die medina

blick von der terrasse des riad du maroc

Riad Yasmine

Aber wir waren noch in zwei weiteren wunderschönen Riads, in denen wir sehr herzlich empfangen wurden. Das Riad Yasmine hat nur 7 Zimmer, wodurch es einen sehr angenehmen und intimen Charme hat. Der kleine Pool im Innenhof und auch die Terrasse sind unglaublich schön. Wenn man aus dem Gewimmel der Altstadt in diese Oase kommt, fühlt man sich sofort relaxt.

 

blick auf den pool im riad yasmine sonnenterrasse mit haengematte und kakteen

Riad BE Marrakesh

Last but not least waren wir im Riad BE Marrakesh. Das Riad ist auch klein und gemütlich, aber das charmante schweizerisch-marokkanische Gastgeberpaar ist mittlerweile auch dabei das Nachbarhaus mit auszubauen. Es ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und erinnert mich ein bisschen an ein süßes Puppenhaus. Hier ein paar Fotos, seht selbst!

 

blick vom pool im riad be marrakesch wunderschoenens interior im riad be marrakesh

Medina

Die Riads sind nicht nur wunderschön, sondern bester Ausgangspunkt für die Medina. Die Medina ist ein farbenfrohes Labyrinth aus verwinkelten Gassen mit Verkaufsständen, bezaubernden Türen und Toren. Wir haben schon nach kurzer Zeit aufgegeben, die Orientierung behalten zu wollen.

 

farbenfrohe waende und tueren in der medina  bunte fassaden in Marrakesch

Einfach loslaufen und sich treiben lassen war für uns der angenehmste Weg die Medina zu erkunden. Die Souks sind in unterschiedliche Sektionen gegliedert, wie Kleidung, Obst und Gemüse, Gewürze, Lampen, Teppiche… Besonders farbenfroh ist der Souk der Färber.

 

maenner sitzen auf dem boden Obst und Gemüseverkäufer in der Medina von Marrakesh Kopf einer Kuh hängt am Fleischstand und zeigt die Frische der Ware an essstaende an denen einheimische einkaufen inmarrakeschkatze vorm verkaufsstand marrakeschteppichverkaufer medina marrakesch souk der wollfaerber mit haengender bunter wolle und tueris-pimken waenden und tueren

Auch in der Medina sind die Ledergerber. Hier werden Touristen gerne Pfefferminzblätter unter die Nase gehalten, damit sie den stechenden Geruch ertragen können.

 

gestank bei den gerbern in der medina

Anfangs war es etwas nervig von jeder Seite angeredet zu werden, aber irgendwann hat man es drauf, auch dabei entspannt zu bleiben. Am Lustigsten fand ich allerdings die Bekanntschaft und eine Fahrt mit einem Tuk-Tuk-Fahrer durch die engen Gassen der Souks.

 

ein tuktuk draengt sich durch die engen gassen der souks

Djemaa el Fna

Djemaa el Fna ist der Hauptplatz und Mittelpunkt der Medina und obwohl wir nicht weit von diesem Platz wohnten und jeder Weg dahin führen soll, brauchten wir 3 Tage, um ihn zu entdecken 😉 Auf dem Platz tummeln sich Akrobaten, Zauberer, Wasserträger, Schlangenbeschwörer, Wahrsager, Henna-Malerinnen, Affen… und es gibt viele Stände mit Essen und frisch gepressten Säften.

 

frau macht ein selfie vor den kobras auf dem Djemaa el Fna in marrakesch

Drumherum gibt es viele Dachterrassen, von denen man den Blick auf den Platz genießen kann.  Solche Restaurant-Dachterrassen gibt es in der ganzen Medina. Sie sind unbedingt ein Muss, um das leckere marokkanische Essen und den Ausblick zu genießen.

 

restaurant mit Panoramablick Medina Marrakesch Restaurant mit Panoramablick Medina Marrakesch

 

Koranschule Ben Youssef

Die ehemalige Koranschule „Medersa Ben Youssef“ ist ein wunderschöner Palast aus Schnitzereien, Fresken und Mosaiken.

 

tor in der koranschule ben youssef in marrakesch koranschule ben youssef in marrakesch

Bahia Palast

Der Palast und die Palastanlage sind riesig und man kann sehr viele Räume besichtigen. Es ist allerdings auch ein sehr touristischer Ort und irgendwie fand ich den ursprünglichen Charme nicht mehr spürbar. Von der Koranschule war ich wesentlich mehr beeindruckt.

 

bahia palace Marrakesch

Stadtmauer, Palmeraie

Die Medina ist von einer Stadtmauer umgeben, die man durch eines der 9 Stadttore verlassen kann. Viele Luxushotels, wie das Sahara Palace Marrakech, liegen etwas außerhalb der Stadt in einem weitläufigen Palmenhain. Hier kann man auch einen kleinen Ausflug auf dem Rücken eines Kamels machen.

 

stadtmauer von marrakesch kamele und palmen in der plameraie in marrakesch kamele und palmen in der plameraie in marrakesch

Jardin Majorelle

Auch außerhalb der Medina befindet sich der Jardin Majorelle, ein Garten, der vom französischen Maler Jacques Majorelle angelegt und  in den Achtzigern vom Modedesigner Yves Saint Laurent übernommen wurde. Der Garten ist neben den Pflanzen vor allem für die Kombination aus Majorelle-Blau und einem kräftigen Gelbton berühmt. Pavillon, Wasserbecken und zahlreiche Pflanzenkübel erstrahlen in dieser markanten Farbkombination.

 

pavillon jardin majorellebambus in jardin majorelle

Alles in allem kann ich sagen: Ich habe mich in Marrakesch und die vielen Fotomotive verliebt und komme bestimmt wieder.